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15.01.2026

Verpasste Chance im Polterkeller

Wer ist der Hauptdarsteller: Moderator Raphael Frangi im Gespräch mit dem Maurmer Gemeindepräsidenten Yves Keller. Bild: Tatiana Bogdanova
In der Gemeinde Maur zelebrierten SVP und FDP am Mittwoch den Auftakt zum Wahlkampf für die Erneuerungswahlen am 8. März 2026. Doch eine politische Diskussion fand nicht statt.

Die Idee der beiden Parteien war grossmütig: Wir stellen alle Kandidierenden der Maurmer Bevölkerung vor und geben den Wählern damit die Möglichkeit, mit den Politiker(inn)en ins Gespräch zu kommen.

Prominente Gäste

Eingeladen waren auch die beiden Nationalräte Andri Silberschmidt (FDP) und Thomas Matter (SVP). Sie sollten den Anwesenden ihre Sicht auf die Kommunalpolitik darlegen. Das haben sie zwar nicht gemacht, dafür waren ihre Ausführungen wie man die Jungen für die Politik interessieren kann und weshalb man die Volksinitiative über die Individualbesteuerung ablehnen soll (Thomas Matter) hoch interessant. Mit ihrer Anwesenheit gaben Sie dem Abend doch noch etwas politischen Gehalt.

Moderator am Humorfestival

Der Moderator Raphael Frangi führte durch den Abend. Dabei vergass er, dass das Publikum nicht wegen ihm, sondern wegen der Kandidierenden den vereisten Weg in den Polterkeller auf sich genommen hatte. Das Arosa Humorfestival beginnt erst im Dezember. Immerhin erfuhr man Substantielles. So weiss man nun, dass Yves Keller früher geritten ist, Thomas Hügli ein Fan des FCB ist, und Catherine Gerwig, Tochter des legendären Sportmoderators Jean-Pierre Gerwig, mit Sport wenig am Hut hat.

Der parteilose Kandidat Thomas Renggli will in den Gemeinderat. Für die Veranstalter ist er bereits gewählt. Bild: ret

Vorzeitig zum Gemeinderat befördert

Bei der Beschriftung der Teilnehmenden nahmen es die Veranstalter nicht so genau: Den Neu-Kandidierenden wurde kurzerhand ein Zettel mit der Aufschrift «Gemeinderat (neu)» an den Veston geheftet. Ob die Organisatoren zuvor in die Kristallkugel geblickt hatten?

Stolz auf das Geleistete

So oder so: Alle Bisherigen sind stolz auf das Geleistete und freuen sich, dass sie sich für die «Perle am Greifensee» einsetzen dürfen. Kritik wurde kaum geäussert, es sei denn, dass man zu sparsam unterwegs gewesen sei. Das Geld sei da investiert zu werden, deshalb habe man auch einen grossen Nachholbedarf beim Liegenschaftsunterhalt (Thomas Hügli), was sich nun räche. Und seitens der RPK wurde mehrmals betont, dass man genau hinschauen müsse ob alle geplanten Investitionen wirklich notwendig und sinnvoll seien. Stichwort Looren.

Die Perle bleibt unangetastet

Leider wurde verpasst, eine Diskussion mit dem Publikum zu lancieren. Vielleicht hatte man Bedenken, dass doch nicht alles so wundervoll glänzt wie eine Perle, oder dem Moderator fehlte das politische Gespür die richtigen Fragen aus dem Publikum herauszubekommen.

Fazit des Abends. Die Stimmung war gut, das offerierte «Ghackets mit Hörnli» ausgezeichnet. Erfahren hat man eigentlich nichts. Frei nach Goethe « Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug wie zuvor.

ple