Minelli, der bis zu seinem Tod im eigenen Haus in der Gemeinde Maur ZH lebte, begann seine Laufbahn 1956 bei der Tat und war ab 1964 der erste Spiegel-Korrespondent in der Schweiz. Seine wachsende Faszination für die Menschenrechte führte ihn 1977 zum Jus-Studium, das er 1981 abschloss. Mit 54 Jahren erwarb er das Anwaltspatent.
Engagement für Menschenrechte
Schon früh gründete er die SGEMKO, um die Europäische Menschenrechtskonvention in der Schweiz stärker zu verankern. Sein Grundsatz war klar: Der Staat soll dem Bürger dienen – nicht umgekehrt. Bis ins hohe Alter brachte er zahlreiche Verfahren vor Schweizer Gerichte und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
Dignitas als Lebenswerk
1998 gründete Minelli die Sterbehilfeorganisation Dignitas. Sein Einsatz für das Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende machte ihn schweizweit bekannt – und nicht selten zur umstrittenen Figur. Dass er selbst hin und wieder auf der Anklagebank sass, nahm er mit Gelassenheit und der Überzeugung, für eine gerechte Sache einzustehen
Abschied von einem Überzeugten
In seiner Wohngemeinde Maur blieb Minelli trotz seiner öffentlichen Rolle ein zurückhaltender, nachdenklicher Nachbar. Die Zürich und die Schweiz verlieren mit ihm einen markanten, unbeirrbaren Charakter, der konsequent seinen Weg ging - bis zum Ende.