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Küsnacht
09.01.2026

Pilze unter der Lupe

Die Pilzkontrolle sorgt für Sicherheit beim Sammeln und Verzehr von Wildpilzen. Bild: Pixabay
Zwischen Giftpilzen, Fehlalarmen und wertvoller Präventionsarbeit: Die Pilzkontrolle Küsnacht blickt auf eine ereignisreiche, wenn auch unterdurchschnittliche Saison 2025 zurück.

Die Pilzsaison 2025 verlief ruhiger als in den Vorjahren. Insgesamt wurden 193 Kontrollen durchgeführt. Trotzdem prüften die Kontrolleure beachtliche 182,8 Kilogramm Pilze. Davon waren 132,6 Kilogramm essbar, doch fast ein Viertel des Sammelguts musste als ungeniessbar oder giftig ausgeschieden werden. 45 Kontrollen enthielten Giftpilze, in fünf Fällen sogar tödlich giftige Arten. Dank der fachkundigen Arbeit der Kontrolleure kam es jedoch zu keinen bestätigten schweren Vergiftungsfällen.

Kinder und Haustiere

Mehrmals standen im vergangenen Jahr Kinder im Fokus von Notfällen. Ein 14 Monate altes Kleinkind hatte einen Pilz aus dem Rasen gegessen, zwei Schulkinder probierten Pilze aus einer mit Mulch bedeckten Rabatte. In beiden Fällen konnte rasch Entwarnung gegeben werden und die Kinder blieben symptomlos. Auch eine junge Hündin, die im Garten Hallimasch gefressen hatte, zeigte glücklicherweise keine Beschwerden.

Viele der gemeldeten Fälle wurden von Pilzkontrolleur Hans-Peter Neukom beurteilt, der während der Saison mehrfach telefonisch beigezogen wurde.

Verdacht auf Knollenblätterpilz 

Besonders heikel war ein Fall im August, als eine Patientin mit starken Magen-Darm-Symptomen ins Spital eingeliefert wurde. Der Verdacht war eine Knollenblätterpilz-Vergiftung. Dank mitgebrachter Pilzreste und aussagekräftiger Fotos konnte der schlimmste Verdacht ausgeschlossen werden. Statt eines tödlichen Giftpilzes handelte es sich sehr wahrscheinlich um einen essbaren Champignon. Die Ursache der Symptome blieb unklar, die Patientin erholte sich rasch.

Unverträglichkeiten 

Mehrere gemeldete Fälle zeigten, dass nicht jede Reaktion auf Pilze auf Giftstoffe zurückzuführen ist. Individuelle Unverträglichkeiten oder ungenügend erhitzte Pilze führten zu Beschwerden. Diese Erfahrungen unterstreichen die Bedeutung korrekter Zubereitung und fachkundiger Beratung.

Wetter prägte die Saison

Das trockene Frühjahr führte zu einer schwachen Morchelsaison, während Mai-Ritterlinge und März-Schnecklinge nur vereinzelt gefunden wurden. Dafür brachte das wechselhafte Sommerwetter reiche Ernten an Steinpilzen und Eierschwämmen, teils schon im Juli. Auch Burgunder-Trüffeln profitierten von den Bedingungen und sorgten bei manchen Findern für Überraschung.

Unerfahrene Sammler

Viele junge oder unerfahrene Sammler brachten grosse Mengen ungeniessbarer, giftiger oder verdorbener Pilze zur Kontrolle. Häufig musste fast das gesamte Sammelgut entsorgt werden. Die Kontrolleure nutzten diese Momente für Aufklärung und empfahlen den Beitritt zu regionalen Pilzvereinen.

Besonders problematisch blieb der Nebelgraue Trichterling, der wegen des giftigen Stoffes Nebularin seit 2024 nicht mehr als Speisepilz freigegeben wird.

Ende der Pilzsaison

Am 15. November 2025 schloss das Pilzkontrolllokal nach der letzten Prüfung offiziell seine Türen.

Pilzkontrolllokal:

Gemeindehaus neben dem EW-Laden, Obere Dorfstr. 32, 8700 Küsnacht
Angeschlossene Gemeinden: Erlenbach, Herrliberg, Zollikon, Zumikon

Adressen der Pilzkontrolleure:

Hans-Peter Neukom, Untere Heslibachstrasse 64, 8700 Küsnacht, Tel.: 079 699 77 31
Jonas Brännhage, Feldstrasse 8, 8700 Küsnacht, Tel.: 078 864 94 28
Renato Sciarrone, Gutenhaldenweg 22, 8708 Männedorf, Tel.: 079 751 98 22

Mehr Informationen: Pilze wo und wann kontrollieren lassen? – Küsnacht

Gemeinde Küsnacht/ Goldküste24