Die Pilzsaison 2025 verlief ruhiger als in den Vorjahren. Insgesamt wurden 193 Kontrollen durchgeführt. Trotzdem prüften die Kontrolleure beachtliche 182,8 Kilogramm Pilze. Davon waren 132,6 Kilogramm essbar, doch fast ein Viertel des Sammelguts musste als ungeniessbar oder giftig ausgeschieden werden. 45 Kontrollen enthielten Giftpilze, in fünf Fällen sogar tödlich giftige Arten. Dank der fachkundigen Arbeit der Kontrolleure kam es jedoch zu keinen bestätigten schweren Vergiftungsfällen.
Kinder und Haustiere
Mehrmals standen im vergangenen Jahr Kinder im Fokus von Notfällen. Ein 14 Monate altes Kleinkind hatte einen Pilz aus dem Rasen gegessen, zwei Schulkinder probierten Pilze aus einer mit Mulch bedeckten Rabatte. In beiden Fällen konnte rasch Entwarnung gegeben werden und die Kinder blieben symptomlos. Auch eine junge Hündin, die im Garten Hallimasch gefressen hatte, zeigte glücklicherweise keine Beschwerden.
Viele der gemeldeten Fälle wurden von Pilzkontrolleur Hans-Peter Neukom beurteilt, der während der Saison mehrfach telefonisch beigezogen wurde.
Verdacht auf Knollenblätterpilz
Besonders heikel war ein Fall im August, als eine Patientin mit starken Magen-Darm-Symptomen ins Spital eingeliefert wurde. Der Verdacht war eine Knollenblätterpilz-Vergiftung. Dank mitgebrachter Pilzreste und aussagekräftiger Fotos konnte der schlimmste Verdacht ausgeschlossen werden. Statt eines tödlichen Giftpilzes handelte es sich sehr wahrscheinlich um einen essbaren Champignon. Die Ursache der Symptome blieb unklar, die Patientin erholte sich rasch.
Unverträglichkeiten
Mehrere gemeldete Fälle zeigten, dass nicht jede Reaktion auf Pilze auf Giftstoffe zurückzuführen ist. Individuelle Unverträglichkeiten oder ungenügend erhitzte Pilze führten zu Beschwerden. Diese Erfahrungen unterstreichen die Bedeutung korrekter Zubereitung und fachkundiger Beratung.
Wetter prägte die Saison
Das trockene Frühjahr führte zu einer schwachen Morchelsaison, während Mai-Ritterlinge und März-Schnecklinge nur vereinzelt gefunden wurden. Dafür brachte das wechselhafte Sommerwetter reiche Ernten an Steinpilzen und Eierschwämmen, teils schon im Juli. Auch Burgunder-Trüffeln profitierten von den Bedingungen und sorgten bei manchen Findern für Überraschung.
Unerfahrene Sammler
Viele junge oder unerfahrene Sammler brachten grosse Mengen ungeniessbarer, giftiger oder verdorbener Pilze zur Kontrolle. Häufig musste fast das gesamte Sammelgut entsorgt werden. Die Kontrolleure nutzten diese Momente für Aufklärung und empfahlen den Beitritt zu regionalen Pilzvereinen.
Besonders problematisch blieb der Nebelgraue Trichterling, der wegen des giftigen Stoffes Nebularin seit 2024 nicht mehr als Speisepilz freigegeben wird.
Ende der Pilzsaison
Am 15. November 2025 schloss das Pilzkontrolllokal nach der letzten Prüfung offiziell seine Türen.