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Stäfa
21.09.2022

Temporäre Wohnsiedlung bewilligt

Es kann sein, dass der Flüchtlingstrom im Winter wieder zunimmt. (Symbolbild) Bild: Goldküste24
Seit dem Überfall russischer Truppen auf die Ukaine am 24. Februar bis zum Stichtag vom 29. August 2022 haben 63'673 Personen aus der Ukraine den Schutzstatus in der Schweiz beantragt.

Sie werden vom Bund auf die Kantone und von diesen auf die Gemeinden verteilt, die gesetzlich verpflichtet sind, entsprechenden temporären Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Es ist zu befürchten, dass der Flüchtlingsstrom in der kalten Jahreszeit wieder zunimmt.

Der Gemeinderat Stäfa hat in den vergangenen Monaten alle erforderlichen Abklärungen getroffen, um bei Bedarf neuen temporären Wohnraum für Schutzsuchende aus der Ukraine in geeigneten Provisorien zu erstellen. Dieser Bedarf ist nun ausgewiesen, denn nicht alle der 59 Schutzbedürftigen, die von Gastfamilien aufgenommen wurden, können langfristig bei
diesen leben, und die Zuweisung weiterer Schutzbedürftiger nach Stäfa ist zu erwarten. Zudem werden Ende dieses Jahres ca. 40 Asylsuchende aus der kantonalen Quote fallen, für die ersatzweise mit erneuten Zuweisungen gerechnet werden muss.

Dabei ist der Gemeinderat Stäfa mit Rahmenbedingungen konfrontiert, die er nicht beeinflussen kann: Der Wohnungsmarkt ist ausgetrocknet. Nicht jeder Wohnraum eignet sich für die Aufnahme Schutzbedürftiger, so können beispielsweise keine hochpreisigen Wohnungen im Stockwerkeigentum zugemietet werden.

Bereits am 11. März bewilligte der Gemeinderat vorsorglich einen Kredit von 900'000 Franken für den Bau einer temporären Wohnsiedlung. Die inzwischen erfolgten Abklärungen
zeigten, dass Dauer und Dimension des Krieges wesentlich mehr Schutzbedürftige zur Folge haben als damals erwartet, wodurch der Bedarf an temporärem Wohnraum deutlich steigt.

Zweigleisiges Vorgehen

Der Gemeinderat hat alle unbebauten Gemeindeliegenschaften analysiert und hat zwei mögliche Standorte gefunden: Standort Schoorenstrasse (hinter der Kläranlage) in Ürikon oder der Standort Sonnenwies (neben dortiger Kläranlage) in Stäfa.
Bezüglich Baukosten unterscheiden sich die beiden Standorte nicht. Sie betragen für die evaluierte Modulkombination, die Wohnraum für 50 Personen schafft, 3.3 Millionen Franken.
Der Gemeinderat hat sich entschieden, das Baugesuch für beide Standorte einzureichen, obwohl nur einer davon realisiert werden wird. Gleichzeitig wird der vorsorglich bewilligte
Kredit vom März aufgehoben. Da die Gemeinde Stäfa gesetzlich verpflichtet ist, diesen Wohnraum temporär zur Verfügung zu stellen, handelt es sich um eine gebundene Ausgabe.

Der Gemeinderat hat Gemeindepräsident Christian Haltner und Sozialvorsteher David Dubach mandatiert, die abschliessende Standortwahl entsprechend dem Verlauf des Bewilligungsverfahrens gemeinsam zu treffen.

Gemeinde Stäfa/Goldküste24