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23.07.2022

Dr. Gut: «Hilfe, es ist schön!»

Dr. Gut: «Während wir uns früher über schöne und warme Sommer aufrichtig gefreut haben, ist heute jeder sonnige Tag ein Zeichen für die angeblich drohende Katastrophe.» Bild: Linth24
Der Sommer zeigt sich von seiner schönsten und wärmsten Seite. Und was tun Behörden und Medien? Sie rufen den Weltuntergang aus.
  • Kolumne von Dr. Philipp Gut

Liest man in diesen Tagen Zeitung oder sieht man fern – man erhält den Eindruck, die apokalyptischen Reiter hätten Kurs auf unser Land genommen. Überall ist von extremer Hitze, von Waldbränden, von Wasserknappheit, von Hitzetoten und überhaupt von «immer extremeren Wetterlagen» («Basler Zeitung») die Rede.

Das Panikorchester schmettert

Die ganze Aufregung kommt nicht von ungefähr: Sie ist Teil des grossen Epos vom menschgemachten Klimawandel. So unseriös es auch immer ist: Selbst staatliche Stellen scheuen sich nicht, einen direkten ursächlichen Zusammenhang zwischen der aktuellen Wetterlage und der Erderwärmung herzustellen.
Ein anschauliches Beispiel liefert der Kanton Aargau. «Die aktuelle Hitzewelle», heisst es in einer Mitteilung von letzter Woche, «macht es deutlich: der Klimawandel ist bereits in vollem Gang. Und je mehr Treibhausgase aus nicht erneuerbaren Quellen wir weiterhin in die Atmosphäre entlassen, desto extremer wird das Klima der Zukunft.»
Auf diese Weise stacheln sich Behörden und Medien gegenseitig an. Das Panikorchester schmettert.

Am 8. August 1975 war es 40 Grad

Während wir uns früher über schöne und warme Sommer aufrichtig gefreut haben, ist heute jeder sonnige Tag ein Zeichen für die angeblich drohende Katastrophe. Dabei ist das Gedächtnis der Journalisten und Alarmisten erstaunlich kurz. Blättern wir im Zeitungsarchiv, merken wir schnell: Solch warme Sommer gab es schon vor der Ausrufung des Klimanotstands. «40 Grad Hitze» titelte zum Beispiel die «Bild» am 8. August 1975.
Kritische Zeitgenossen sagen es richtig: Damals war Greta noch nicht geboren, China war noch ein industrielles Brachland und das CO2 noch ein ganz normales Gas – und trotzdem war’s verdammt warm im Sommer.

Hitze-Hype geht vielen auf den Wecker

Wir leben in einer Hype-Kultur, getrieben von der Angstlust einer sich immer schneller drehenden Panikspirale – und täglich grüsst nicht das Murmeltier, sondern der Weltuntergang. Drunter machen wir’s nicht.
Belege muss man nicht lange suchen: Corona – das Killervirus, das die Welt lahmlegt. Das Waldsterben. Der Krieg. Das Klima. Und jetzt eben die Hitze.
Könnte es sein, dass dieser Hitze-Hype der letzten Wochen ganz vielen Menschen in diesem Land auf den Wecker geht? Sie erleben einen normalen, schönen Sommer – wie es sie schon immer gegeben hat, und hoffentlich immer wieder geben wird.

Dr. Philipp Gut schreibt auf dem Online-Verbund von Portal24 jede Woche eine Kolumne, die auf den 16 dem Verbund angeschlossenen Portalen jeden Sonntagmorgen publiziert wird. Philipp Gut ist Buchautor und einer der profiliertesten Journalisten der Schweiz. Mit seiner Kommunikationsagentur Gut Communications GmbH berät er Parteien, Verbände, Unternehmen und Private.

www.gut-communications.ch

Dr. Philipp Gut, Kolumnist Goldküste24