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Gesundheit
25.07.2022

Wenn invasive Pflanzen die Gesundheit gefährden

Um sich vor Verbrennungen zu schützen, sollte der Kontakt zu der giftigen Bärenklaue vermieden werden. Bild: zVg.
Invasive Neophyten können sich nicht nur schnell verbreiten, sondern auch die Gesundheit von Menschen und Tieren negativ beeinflussen.

Sie sehen harmlos aus, blühen im Frühjahr in den kräftigsten Farben aber können eine Gefahr für die Gesundheit von Menschen und Tieren sein. Die Rede ist von invasiven Neophyten, wie beispielsweise dem Essigbaum, der Ambrosia oder dem Riesen-Bärenklau. Denn was viele Personen nicht wissen, ist, dass diese Pflanzen gefährlich sein können und enorme Reaktionen wie Heuschnupfen, Asthmaanfälle oder starke Verbrennungen auf der Haut hervorrufen können.

Bringen keinen Nutzen

«Die grösste Problematik bei diesen Pflanzen ist, dass es vielen Personen gar nicht bewusst ist, dass sie diese Pflanzen in den eigenen Gärten besitzen», erklärt Jürg Sonderegger, Präsident des WWF Schaffhausen. «Daher ist es umso wichtiger, sich aktiv mit der Thematik zu befassen und gut zu beobachten, um rechtzeitig handeln zu können.» So rät Jürg Sonderegger auch, im Zweifelsfall eine Fachperson beizuziehen, falls diese Pflanzen oder deren Ableger im eigenen Garten oder in der Umgebung aufgefunden werden. Die meisten invasiven Neophyten bringen unseren Ökosystemen und der hiesigen Tierwelt keinen Nutzen. Dies ist am Beispiel des Berufkrautes durch das Verhalten der Tiere deutlich zu erkennen. «Die Kühe vermeiden es, das Berufkraut auf der Weide zu fressen und auch Bienen sind kaum auf deren Blüten anzutreffen», so der Präsident des WWF Schaffhausen. «Die Problematik bei diesen Pflanzen ist, dass sie sich stark ausbreiten und die Futterpflanzen von unseren heimischen Tierarten verdrängen, was sich anschliessend negativ auf die Vielfalt unserer einheimischen Pflanzen- und Tierwelt auswirkt.» 

So schützen Sie sich

Um sich richtig vor invasiven Pflanzen zu schützen, sei es wichtig, sich selbst mit der Thematik auseinanderzusetzen, damit Neophyten erkannt werden, wenn sie im eigenen Garten oder der Umgebung gefunden werden. Ausserdem sollte darauf geachtet werden, dass diese Pflanzen vor dem Blühen geschnitten oder besser noch mitsamt den Wurzeln entfernt werden, um das Risiko der Vermehrung zu minimieren. Es kommt auch darauf an, mit welcher Art von einem invasiven Neophyten man es zu tun hat. Der Essigbaum sei zwar von aussen nicht gefährlich. Für einen Menschen kann jedoch die Milchsäure im Inneren problematisch sein, weil sie gefährliche Reaktionen hervorruft, wenn sie mit der Haut in Kontakt kommt. Es ist deshalb relevant, die Pflanze zwei bis drei Mal pro Jahr mit den Wurzeln auszureissen und diese im Schwarzkehricht, und nicht im Kompost zu entsorgen – dies mit angemessener Schutzkleidung (lange Kleidung, Handschuhe oder Schutzbrille). Diese Schutzmassnahmen gelten auch für den Riesen-Bärenklau. Denn schon kleinste Berührungen – in Verbindung mit Sonnenstrahlen – können starke Verbrennungen hervorrufen. 

Häufig in Stadtpärken aufzufinden

Vor allem in den städtischen Gebieten sind invasive Neophyten wie der Essigbaum häufig anzutreffen. Dieser gelte als besonders robust und verbreite sich häufig an sonnigen Orten in Parkanlagen. «Diese Bäume haben einen grossen Wurzeltrieb und können sich daher auch unterirdisch schnell verbreiten», so Jürg Sonderegger. Auf die Frage, ob diese Problematik in der Stadt Schaffhausen ein aktuelles Thema sei, erklärt der Präsident. «Ja, auch in der Stadt Schaffhausen ist man daran interessiert, invasive Neophyten einzudämmen. Jedoch ist dies nicht immer ganz einfach.» So empfiehlt sich ein gutes Beobachten, um möglichst frühzeitig handeln zu können, damit der invasive Neophyt mit möglichst geringem Aufwand aus unserer Umwelt entfernt werden kann.

Weitere Informationen zu den invasiven Neophyten sind unter infoflora.ch/neophyten zu finden.

Salome Zulauf, Schaffhausen24/March24&Höfe24/Goldküste24